Sonderkommission
Matze
Sonderkommission (63)
Das Schlimmste, wenn jemand vermisst ist, ist die Warterei, diese Ungewissheit. Meine Eltern und ich warteten und warteten. Je länger es dauerte, umso schlimmer wurden die Befürchtungen, die einem den Schlaf raubten. Das Telefon ging regelmäßig. Babs´ Eltern waren mindestens genauso in Sorge wie wir. Es ist schlimm, helfen zu wollen und nicht zu können. Im Zustand der Hilflosigkeit zu versuchen, Mut zu machen, Zuversicht zu geben, ist eines der erbärmlichsten Gefühle, das ich je kennenlernte. Mutter und ich saßen auf dem Sofa, der Fernseher dümpelte quasi stumm vor sich hin. Keiner von uns schaute zu. Mein Vater tigerte von einem Zimmer ins andere; einerseits nervte es total, jemanden ständig ziellos in der Gegend herumlaufen zu sehen. Andererseits war er von uns dreien der Einzige, der der inneren Unruhe die Gelegenheit gab, nach außen zu dringen.
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